Seit 2021 informiert das Onlineportal Ostfolk.de über die Folkszene zwischen Ostsee und Erzgebirge, bringt Meldungen, Berichte, Interviews und Bilderstrecken, außerdem Kalenderblätter und Nachrufe. Damit ist es einzigartig in Deutschland, für keine der anderen Regionen existiert ein vergleichbares zusammenhängendes Onlineangebot. Das Ganze ist zudem dauerhaft werbefrei und bietet Links zu mehr als 180 Bands aus Ostdeutschland, die Folk und Weltmusik spielen. Zu finden sind auch die Termine von rund 40 Festivals, Tourneen, Workshops, Sessions oder von Orten, an denen man regelmäßig gemeinsam tanzen oder singen kann.
Wie bei so vielen heutigen Onlinemedien stand auch bei Ostfolk.de, das 2026 auf sein fünfjähriges Bestehen zurückschauen kann, am Anfang eine Printveröffentlichung. 2016 hatte Wolfgang Leyn, der Betreiber der Website, langjähriger Mitarbeiter des MDR und DDR-Folkie der ersten Stunde, zum Anlass des vierzigjährigen Jubiläums des Folkrevivals in Ostdeutschland im Berliner Ch. Links Verlag das Sachbuch Volkes Lied und Vater Staat – Die DDR-Folkszene 1976–1990 herausgebracht. Um zu verhindern, das mit dem zu erwartenden Vergriffensein des Buches nach einiger Zeit auch die akribisch zusammengetragenen darin enthaltenen Informationen dem Vergessen anheimfallen, erhält Leyn die Erlaubnis des Verlages, eine Website damit füttern zu dürfen – bald finden sich siebzig Bandporträts, Chronik und Szenelexikon unter der (heute auf www.ostfolk.de umgeleiteten) URL www.folkszene-ddr.de.
War das Ganze bis dahin eher konservatorisch angelegt, lässt sich Leyn von zwei jungen Musiker:innen der Szene, Peggy Luck und Helene Déus, überzeugen, die Website dem aktuellen Geschehen in der ostdeutschen Folkszene zu öffnen, die Ende der Zehnerjahre neuen Schwung bekommen hatte mit wachsendem Interesse an Balfolk, neu entstehenden Festivals wie dem Tanz & Folk Festival Berlin oder dem Trotzburgfest in Halle sowie neuen oder neu aufblühenden Initiativen etwa im Bereich Deutschfolk. Leyn sieht reichlich Stoff für die neu profilierte Website und gibt ihr 2021 mit Ostfolk.de den Namen, der sich inzwischen durchgesetzt und etabliert hat.
Ein Podcast wird gestartet, Liedempfehlungen mit Texten, Noten, Hörbeispielen und Infos zur Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte kommen dazu. 2022 folgt ein „FolkLetter“ mit Terminen von Folk- und Weltmusikveranstaltungen in Leipzig, Halle und Umgebung bis ins Mansfelder Land. Mit Stand Juni 2026 hat dieser Newsletter mehr als 290 Abonnent:innen, und es ist ein weiterer hinzugekommen, der sich rein auf Thüringen bezieht. Darüber hinaus gibt es einen Terminkalender mit den eingangs erwähnten Infos, außerdem Sendezeiten von Folksendungen im Radio.
Die im Buch 1990 endende Chronik der Folkszene in Ostdeutschland führt Leyn auf www.ostfolk.de sukzessive fort und kann in der Summe Mitte 2026 auf über 370 publizierte Beiträge zurückblicken. Nicht alle bleiben dauerhaft online, Festival- oder Konzertankündigungen etwa veralten rasch und verschwinden wieder. Unter der Überschrift „Ausgewählte frühere Beiträge“ sind aber aufwendigere Stücke erhalten, darunter Festivalrückblicke, Interviews, Kalenderblätter oder Nachrufe.
Das Jubiläum nimmt der Betreiber zum Anlass, all denen zu danken, ohne den das Webmagazin nicht möglich gewesen wäre in seinem heutigen Erscheinungsbild – Details dazu und allem Weiteren gibt es hier.








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